Mittwoch, 16. Mai 2018

VirtualArch Hallstatt - Visualise to Valorize

Der historische Ortskern von Hallstatt ist auf
der ganzen Welt bekannt.
(Bild: C. Löw - NHM Wien)
Hallstatt ist seit Jahrzehnten ein Touristenmagnet. Es ist abgestimmt auf Fremdenverkehr, mit aller dazugehöriger Infrastruktur, Besucherbergwerk, Audio Guides, Aussichtsplattfom und dergleichen. 

Jedes Jahr kommen mehr und mehr Besucher aus aller Welt nach Hallstatt, jeder Einzelne sieht die wunderschöne Landschaft, bewundert das urtümliche Ortsbild und staunt über das Salzbergwerk und die Aussicht aus dem Hochtal. 

Dass diese Landschaft Landschaft aber nicht nur beeindruckend, sondern auch die Industrielandschaft mit der längsten durchgängigen Produktion ist, bleibt dem Besucher verborgen. Diese 7000-jährige Tradition setzt die Salinen Austria AG bis heute fort.

Die jahrtausendealte Salzproduktion im
Hallstätter Hochtal hat keine Spuren
hinterlassen. (Bild: H. Reschreiter - NHM Wien)
Das Interreg Central Europe Projekt VirtualArch soll dazu beitragen, die Einzigartigkeit dieser Umgebung und anderer, großteils verborgener, archäologischer Kulturgüter sichtbar zu machen und damit ihre Relevanz und Erhaltungswürdigkeit zu demonstrieren, was auch dessen Untertitel "Visualise to valorize" treffend auf den Punkt bringt.

Geplant ist dabei unter anderem die dreidimensionale Visualisierung der archäologischen Ausgrabungen im Inneren des Salzbergwerkes, sowie der umliegenden Stollen. Doch auch die historischen Überreste der Bergbauinfrastruktur im Hochtal werden kartiert und digitalisiert. Viele davon sind im Gelände immer noch sichtbar, doch ohne Hinweis leicht zu übersehen. 

So entsteht eine virtuelle Tour durch die Jahrtausende alte Geschichte des Salzbergbaus und des Lebens im Hallstätter Hochtal, das damit der Öffentlichkeit zugänglich und begreiflich gemacht wird.

Luftbildaufnahmen durch eine Drohne
helfen bei der Visualisierung.
(Bild: D. Brandner - NHM Wien)
Für die Durchführung werden lokale, regionale und staatliche Behörden und Entscheidungsträger eingebunden. Konkret bedeutet das vor allem das Bundesdenkmalamt Österreich, die Gemeinde Hallstatt, die Region Oberösterreich und die Bergbaufirma Salinen Austria AG, genauso wie ansässige Vertreter des Tourismus und der Wirtschaft. 

Das Interreg Central Europe Projekt wird in Kooperation von insgesamt zehn Projektpartnern aus acht Ländern in ganz Europa durchgeführt und läuft bis 2020. 

Das Ziel für die Hallstattforschung ist unter anderem eine interaktive App , die von den Besuchern bereits im Tal heruntergeladen und dann im Hochtal offline genutzt werden kann. 

Darin sollen sowohl das eisenzeitliche Gräberfeld, die historische Bergbaulandschaft, als auch der urgeschichtliche Bergbau visualisiert werden.

Auch die vielen Funde, die durch ihre gute Konservierung oft sensationell aber unauffällig sind, werden darin dargestellt und kontextualisiert. Doch auch die neuere Geschichte des Salzbergtales wird dadurch erlebbar. Immerhin war bis in die 60er Jahre die gesamte Bergbauinfrastruktur im Hochtal angesiedelt. 

7000 Jahre Industrie- und Kulturlandschaft sind
heute gut verborgen.
(Bild: C. Seisenbacher - NHM Wien)
Auch weitere Möglichkeiten zur Wissensvermittlung werden genutzt, wie Informationstafel oder der neue Informations- und Vorführraum für prähistorische Touren in der Schaustelle Edlersberg. Im Projekt VirtualArch alles daran gesetzt, die Einmaligkeit und Schutzbedürftigkeit der Hallstätter Landschaft zu vermitteln und zu unterstreichen. Damit die Besucher nicht nur ihre Schönheit und Idylle bewundern, sondern auch die Geschichte und Entwicklung erfahren können. 
(von Fiona Poppenwimmer und Hans Reschreiter)

Neue Verfahren, wie die dreidimensionale Visualisierung werden auch für das Bergwerk getestet und adaptiert. (Bild: D. Brandner - NHM Wien)