Montag, 16. April 2018

Erde an Zukunft - Hallstatt und der KIKA

Geschlechterrollen sind in der heutigen Zeit ein brisantes und häufig aufgeworfenes Thema. Gemeinhin wird vielfach davon ausgegangen, dass „früher alles einfacher war“ – auch in dieser Hinsicht. Doch weit gefehlt. So "logisch“, „ursprünglich“ und „einfach“ wie man sich das heutzutage gerne vorstellt, war vor allem die Arbeitseinteilung in Geschlechter auch in prähistorischer Zeit nicht. 

In der Hallstattforschung haben wir die schöne Situation, mit den Ausgrabungen im Bergwerk nicht nur das Arbeitsumfeld prähistorischer Bergleute fassen zu können, sondern – zumindest mit dem eisenzeitlichen Gräberfeld - viele dieser Beobachtungen und Annahmen auch durch anthropologische Untersuchungen untermauern zu können. 

Ausgehend von Funden von Schuhen und Fellkappen im Bergwerk, die eindeutig auf Kleinkinder und Kinder zugeschnitten sind, entwickelte sich die Theorie einer gesamten Gesellschaft im Bergwerk. Sprich, nicht nur wie in moderner Zeit, eine rein männliche Gruppe Bergleute, sondern eine arbeitsteilige Gesellschaft aus Männern, Frauen und Kindern. An vielen Merkmalen der erhaltenen Skelette, lässt sich eine eindeutige Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern feststellen, wobei die Aufgabe der Frauen und Kinder vor allem der Transport von Arbeitsgerät und schweren Salzplatten war. 

In einem Beitrag, der sich mit der Frage nach klassischen Geschlechterrollen und ihrer Sinnhaftigkeit befasst, hat nun auch der deutsche Fernsehsender KIKA, in der Sendung „Erde an Zukunft“ Hallstatt für sich entdeckt und sich darin einer schwierigen Thematik kindgerecht angenähert. Wie der Titel schon besagt, geht es darin vor allem darum, Kinder auf Themen aufmerksam zu machen, damit zu sensibilisieren und zu überlegen, wie die Geschlechter in Zukunft miteinander umgehen sollen.
von Fiona Poppenwimmer und Hans Reschreiter 

Das Lebensbild des eisenzeitlichen Bergbaues in Hallstatt nach derzeitigem Forschungsstand.
(Bild: D. Groebner - NHM Wien)

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