Donnerstag, 9. Juni 2016

Schon wieder ein Jahr vorbei - Die erste Saison des Bronzezeitkinos


Vor ziemlich genau einem Jahr wurde die neue Schaustelle der bronzezeitlichen Holzstiege, das „Bronzezeitkino“, im Hallstätter Salzbergwerk eröffnet, wo sie seitdem ein Highlight der Besucherführung ist.  Zu diesem Anlass haben wir Helga Pucher, Pressebeauftragte der Salzwelten Hallstatt, Hallein und Altaussee um ein Gespräch gebeten. (Red.)

Helga Pucher am Welterbeblick am
Hallstätter Salzberg
Red.: Wie viele Leute kommen denn im Schnitt pro Tag in das Besucherbergwerk?

HP: Im Schnitt pro Saison (Anf. April – Ende Nov)  gut 1000 Pax täglich.

Red.: Wie wird die neue Schaustelle angenommen?

HP: Sehr gut! Man kann zwar nicht von „Annehmen“ sprechen, weil wir unsere Besucher auf der geführten Tour quasi „nötigen“ sich das Bronzezeit-Kino anzuschauen, aber die Rückmeldungen unserer Gäste aus aller Herren Länder sind sehr gut. Vor allem gefällt die Kombination von dem originalen Fundstück mit High-Tech und Zeichentrick-Animation. Das ist wirklich einmalig und kommt auch so beim Publikum an. Viel Lob dafür erhalten wir auch von unseren Schulklassen. Anfangs gab es die Befürchtung, dass für nicht deutschsprachige Gäste – und das sind in Hallstatt fast alle – der Inhalt nicht klar genug vermittelt werden kann, weil Untertitel mitgelesen werden müssen.  Die Angst scheint aber unbegründet gewesen zu sein, das hätte wir sonst schon in unseren Besucherbefragungen gesehen. Ich denke die Animation und die Stiege selbst sprechen schon eine klare Sprache, die Untertitel sind inzwischen gut lesbar.

Red.: Stellen die Besucherinnen und Besucher Fragen speziell zur Stiege?

HP: Ja, natürlich. Spätestens während der Führung wird auch dem letzten klar, dass er oder sie sich nun tatsächlich im ältesten Salzbergwerk der Welt befindet. Da kommen natürlich dann schon auch gezielte Fragen, die unsere Guides gerne beantworten – soweit es die Zeit zulässt. 

Das Bronzezeitkino vor der Eröffnung...
(Bild: Double-M Madeleine Mitrovic)
Red.: Gibt es Besucherinnen und Besucher, die nur wegen der Stiege kommen?

HP: Das kann ich so nicht beantworten, weil wir ja nicht jeden einzelnen befragen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es so ist. Es kommen ja auch viel ArchäologInnen und Wissenschafter anderer Disziplinen ganz gezielt wegen der Forschung zu uns, also mit Sicherheit auch „nur“ wegen der Stiege.

Red.: Im einleitenden Film zu Bergung und Wiederaufbau der Stiege wird ja in der Führung erstmals die archäologische Arbeit in Bildern gezeigt. Stößt dies bei den Besuchern auf starkes Interesse?

HP: Ja, auf jeden Fall. Das allerdings eher bei Österreichischen und Deutschen Gästen.

Red.: Gibt es statistische Beobachtungen, die auf die neue Attraktion zurückzuführen sind?

HP: Nein, leider. Würde mich selber oft interessieren. Vor allem auch hinsichtlich der Werbebotschaften die wir aussenden. Dazu planen wir jedoch für 2017 ein Marktforschungs-Projekt. 

...und nach der Eröffnung.
(Bild: D.Brandner - NHM Wien)
Red.: Welche Möglichkeiten gibt es außer der normalen Führung durch das Bergwerk einen Einblick in die Arbeit unter Tage zu bekommen?

HP: Auf wen der Funke der Begeisterung  für die Hallstatt-Forschung übergesprungen ist, der hat ja auch die Chance unsere sogenannte „Prähistorische Expedition“ zu buchen. 4 Stunden eintauchen in die Jahrtausende alte Salzgeschichte – das ist schon ein unglaubliches Erlebnis. 

Red.: Bei dieser prähistorischen Expedition werden ja auch einige originale Fundstellen und Arbeitsbereiche der Archäologen besucht. Ist das Interesse daran gestiegen, seit das Bronzezeitkino eröffnet wurde?

HP: Auch das erheben wir nicht konkret. Die bisherigen Buchungszahlen für die Sonderführung „Prähistorische Expedition“ sind auf jeden Fall schon mal sehr erfreulich, obwohl die Saison noch jung ist und die Sonderführung erst ab Mai angeboten wird. 

Red.: Vielen Dank für diesen kleinen Einblick und die Rückmeldungen zur Schaustelle. Wir wünschen noch ein gutes Geschäftsjahr und weiter viele interessierte Besucher und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.
 (von Carmen Löw und Fiona Poppenwimmer)


 

1 Kommentar:

  1. Herzlichen Dank für euer Bemühen rund um die archäologische Forschung und die Kommunikation darüber. Tue Interessantes und sprich darüber ;-)
    Danke, Helga

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