Donnerstag, 5. November 2015

Welterbe trifft Welterbe - Zu Besuch auf der Unterwasser-Ausgrabung am Attersee

Vom Sprungturm im Strandbad
Seewalchen hatte man eine
gute Aussicht auf die
Grabung. (Bild: D. Brandner -
NHM Wien)
Dass man sich als Archäologin oder Archäologe auch für andere Grabungen interessiert ist klar. Vor allem, wenn sie im unmittelbaren Umland liegen. Einen besonderen Besuch statteten wir Ende unserer Grabungskampagne im Hallstatt allerdings den Kollegen am Attersee ab.

Eine kleine Delegation verließ das Hallstätter Hochtal und das quasi heimische Bergwerk für einen Nachmittag, um eine völlig andere, aber nicht wenige spezielle Befund- und Grabungssituation zu bestaunen: die Unterwassergrabung im Strandbad Seewalchen. Nach einer kurzen Einführung im UNESCO-Welterbe-Pavillon durch eine Vermittlerin des Vereins Pfahlbau am Attersee, ging es auch schon zu den Kolleginnen und Kollegen vom Kuratoriums Pfahlbauten und des Oberösterreichischen Landesmuseum, wo die Grabung und die damit verbundenen Arbeiten voll im Gange waren. 

Vom Sprungturm aus konnten wir die Taucherinnen und Taucher trockenen Fußes bei ihrer Arbeit beobachten. In den Arbeitsräumen der Fundverwaltung sah man das Schlämmen (und die großartige Matsch-Filtermaschine) und die aus dem Wasser geretteten Funde während der Bearbeitung. Weiter gings im Büro, wo die Funde nach ihrer Reinigung weiter untersucht werden. 
Der Grabungsleiter Henrik
Pohl erklärt die Vorgehensweise.
(Bild: D. Brandner - NHM Wien)

Apropos Funde: Die großartigste Gemeinsamkeit der Fundstätten Hallstatt und Attersee, ist die außerordentliche Erhaltung der Funde. Konserviert im Bergwerk das Salz Holz und andere organische Materialen, übernimmt hier das Wasser dieselbe Aufgabe. Natürlich birgt diese Erhaltung auch bei einer Unterwassergrabung Herausforderungen. So müssen die bisher unter Sauerstoffabschluss erhaltenen Funde natürlich auch weiter speziell behandelt werden.


So, wie wir Archäologinnen und Archäologen uns heute mit Kolleginnen und Kollegen aus angrenzenden Regionen austauschen, so müssen wir auch von Kulturkontakten in der Zeit, die wir untersuchen, ausgehen. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und regen Austausch zwischen den UNESCO-Welterbestätten. Einen Mittelweg zwischen „Glück auf!“ und „Gut Luft!“ müssen wir noch finden…



(Von Fiona Poppenwimmer)

Die Taucherinnen und Taucher bei der Arbeit. (Bild: D. Brandner - NHM Wien)

1 Kommentar:

  1. Es hat mich sehr gefreut, Euch auf unserer Grabung führen zu können. Wie gesagt, der Welterbestatus und besondere Erhaltungsbedingungen verbinden uns ja sehr miteinander. Gerne besucht Ihr uns wieder auf der nächsten Grabung im Mond- oder Attersee - dann aber mit Badehose! mfG - Henrik Pohl

    AntwortenLöschen