Donnerstag, 8. Oktober 2015

Von Holz zu Holz - Ein Brunnen aus Großstolpen

Der frühneolithische Brunnen aus Großstolpen,
der im Block geborgen wurde, wird nun in
einer Lagerhalle ausgegraben.
(Bild: H. Reschreiter - NHM Wien)
Komplett erhaltene prähistorische Holzkonstruktionen, wie die Stiege im Hallstätter Salzberg, gehören zu den ganz seltenen Funden in der europäischen Archäologie. Um das Wissen zu diesen speziellen Funden zu vermehren, stehen Forschergruppen, die sich mit Holzkonstruktionen beschäftigen, in regem Austausch.
 

Erst vor einer Woche hat Harald Stäuble vom Landesamt für Archäologie Sachsen im Rahmen einer Exkursion unsere Fundstellen im Bergwerk Hallstatt besucht. Am Freitag hatten wir die Gelegenheit für den Gegenbesuch. In Großstolpen bei Leipzig werden in einer großen Lagerhalle gerade die nächsten frühjungsteinzeitlichen Brunnen ausgegraben.
Das "Grabungsareal".
(Bild: H. Reschreiter - NHM Wien)

Sie wurden im Vorfeld des Braunkohletagebaus entdeckt und im Block geborgen. Nun sind Mitarbeiter des Landesamtes dabei sie unter „Laborbedingungen“ freizulegen.

Schicht für Schicht wird die Brunnenverfüllung abgetragen und dokumentiert. Der Brunnenkasten wird Kranz für Kranz abgebaut. Dabei werden die unterschiedlichen Konstruktionselemente der Brunnen erkennbar.

Es war für mich absolut faszinierend vor einem fast 7000 Jahre alten Brunnen zu stehen, der so gut erhalten ist. Ich stehe immer wieder ehrfürchtig vor diesen alten Holzkonstruktionen - und bin gleichzeitig extrem froh, dass unsere Hölzer aus dem Bergwerk durch die Salzkonservierung wesentlich besser erhalten sind und keine sehr aufwändige Konservierung benötigen, so wie die Brunnenhölzer.
 

(Von Hans Reschreiter)

Der Brunnen aus Großstolpen. (Bild: H. Reschreiter - NHM Wien)

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