Donnerstag, 15. Oktober 2015

Viele Löcher und viele Jahrringe

Michael Grabner von der BOKU
Wien kommt jedes Jahr gegen
 Grabungsende, um Proben zu
 entnehmen. (Bild: H. Reschreiter
- NHM Wien)
Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Untersuchungen im Bergwerk Hallstatt dem Ende zugehen, ist das Anrücken von Michael Grabner von der Universität für Bodenkultur Wien mit seinem Team. Er kommt seit vielen Jahren, um die neu freigelegten Grubenhölzer zu beproben. 

Um an die Jahrringe der über 3000 Jahre alten Hölzer im Bergwerk zu kommen, holt er mit Spezialbohrern kleine Bohrkerne aus den Stämmen. Solange die Hölzer im Bergwerk fest im Gebirge stecken, können sie nicht wie die Stiegenteile in einem Computertomographen zerstörungsfrei untersucht werden. Außerdem wären die meisten Grubenhölzer viel zu lang für die Tomographen (Siehe Blogeintrag zur Datierung der Stiege - CT Leoben.)  

Die gewonnenen Bohrkerne werden auf Trägerhölzer aufgeklebt. Im Labor werden die Bohrkerne geschliffen und unter dem Mikroskop ausgewertet. Sie werden weitere Bausteine sein für die jahrgenaue Datierung der einzelnen Phasen dieses einzigartigen Bergbaus. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, werden wir verstehen, wann die Bergleute der Bronzezeit ihren Betrieb rund um die Stiege ausgebaut haben.


(Von Hans Reschreiter)
 
Die Bohrkerne werden vorsichtig aus den alten Hölzern entnommen und auf Traghölzer
geklebt. (Bild: H. Reschreiter  - NHM Wien)

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