Samstag, 22. August 2015

Jedes Jahr was Neues – Archäologie am Berg 2015

Anke Bacher zeigt heuer an sehr prominenter
Stelle, wie die Reinigung der Funde aus dem
Bergwerk abläuft. (Bild: C. Löw - NHM Wien)
Der erste Tag von Archäologie am Berg 2015 war ein voller Erfolg! Bei  herrlichem Wetter kamen zahlreiche Besucherinnen und Besucher ins Salzbergtal und bestaunten neben der wunderschönen Aussicht auf den Hallstätter See die Ergebnisse unserer Forschungen. Bereits unten im Tal konnte man sich an der Station des Oberösterreichischen Landesmuseums und der Universität Innsbruck über den Fortgang der römischen Ausgrabung auf dem Gelände der Salinen Austria informieren.
Besonders für Hallstätterinnen und Hallstätter
interessant: die Transkriptionen von Eduard
Wexberg. (Bild: C. Löw - NHM Wien)

Im Hochtal zeigte Hans Rudorfer die aktuelle Grabung, die baubegleitend im Zuge der Wildbach- und Lawinenverbauung durchgeführt wird. An der Alten Schmiede hatte besonders die Station der Geologischen Bundesanstalt, an der Messtechniken im Hochtal von Hallstatt vorgestellt wurden, regen Zulauf. Daneben waren aber vor allem für Menschen aus Hallstatt und Umgebung die Transkriptionen alter Karten und Verzeichnisse spannend, auf denen sich immer wieder bekannte Orte und Familiennamen finden. Ebenso erhielt die Station der Holzforschung der BOKU Wien viel Aufmerksamkeit.

Wie üblich bei Archäologie am Berg und dem Charakter der Hallstatt-Forschung entsprechend, kam auch die Experimentelle Archäologie nicht zu kurz. Im kleinen Ausstellungsraum in der Alten Schmiede wurden Teilstücke des großen Seiles aus unserem Seiltest gezeigt. Aufmerksame Blogleserinnen und  -leser erinnern sich sicher an unsere Reihe „Bast so!“


Lange nicht so einfach wie es aussieht, das
Bronzegießen (Bild: C. Löw - NHM Wien)
Feurig zur Sache ging es direkt vor der Schmiede, wo die Archäotechniker Frank Trommer und Stefan Holdermann prähistorische Bronzegusstechnik vorführten.  Trommer und Holdermann sind seit mehr als 25 Jahren mit der Hallstatt-Forschung eng verbunden. Mit ihrer Arbeit versuchen beide, vor allem die prähistorischen Techniken zu ergründen und diese so exakt wie möglich anhand der Originalfunde zu rekonstruieren. Aber es ist ihnen auch ein großes Anliegen, ihr Wissen weiterzugeben. Um mit den Menschen möglichst leicht ins Gespräch zu kommen, brachten sie eine Vielzahl von unterschiedlichen Bronzeobjekten mit, so dass sich für jede und jeden leicht ein Anknüpfungspunkt finden ließ. Für beide ist der Fundort Hallstatt einmalig - nicht nur deshalb, weil ihnen die Hallstatt-Forschung für ihre Arbeit nicht nur Zeichnungen, sondern die Originale zur Verfügung stellt. Hallstatt sei auch deshalb so einmalig, weil sie hier ihre rekonstruierten Werkzeuge einmal richtig im Gebrauch sehen könnten, denn Trommer und Holdermann stellen jene Werkzeuge her, mit denen die Hallstatt-Forschung seit Jahren experimentiert.

Die Reaktionen unserer Gäste waren aber nicht nur an dieser Station äußerst positiv, sondern wir bekamen insgesamt ein tolles Feedback. „Man merkt, dass Sie das gerne machen“ und „Jedes Jahr gibt es etwas Neues“, sind nur zwei der wirklich schönen Komplimente, die wir heute bekommen haben. Wir freuen uns schon auf morgen und hoffen, dann ebenso gutes Wetter und ebenso viele Besucherinnen und Besucher zu haben.


(Von Carmen Löw)

Heiß ging es her vor der Alten Schmiede in Hallstatt (Bild: C. Löw - NHM Wien)

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