Dienstag, 28. April 2015

Bast so! - Eine fesselnde Angelegenheit

Besonders wichtig beim Verdrillen ist der
Winkel der Einzelstränge (Frank Findeiß)
Heute Teil 3 unserer kleinen Serie "Bast so!", in der wir berichten, wie es uns mit der Rekonstruktion des Lindenbastseiles aus dem Salzbergwerk von Hallstatt ergangen ist. 

Nachdem wir drei je 10 Meter lange Einzelstränge fertig gedreht hatten, war es an der Zeit über die genaue Technik des Zusammendrehens, des Schlagens des Seiles, nachzudenken. 

Stark gedrehte, gespannte Fasern, die die gleiche Drehrichtung haben, verbinden sich miteinander, wenn sie sich berühren, und drehen sich dabei von selbst in die entgegengesetzte Richtung ein. Um diesen Effekt nutzen zu können, mussten also die von uns in der gleichen Drehrichtung gefertigten drei Einzelsträngen sowohl die gleiche Spannung als auch die gleiche Stärke der Drehung haben.

Das fertige Seil (Hans Reschreiter)
Wir haben die Einzelstränge entsprechend dem Originalseil aus Hallstatt gegen den Uhrzeigersinn gedreht. Das ganze Seil würde sich deshalb im Uhrzeigersinn zusammenfügen. Um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erhalten, saß einer von uns am Anfang des fertigen Seils und kontrollierte die Drehung sowie vor allem den Winkel der Einzelstränge zueinander. Stimmt dieser Winkel nämlich nicht, wird das Seil ungleichmäßig, was wiederum die Belastungsfähigkeit senkt. 

So entstand also, indem sich die Stränge entgegen ihrer Drehrichtung miteinander verdrillten, nach und nach eine Kopie unseres bronzezeitlichen Förderseils. Am Ende des Tages konnten wir das gesamte Team mit unserem fast 9 Meter langen Werkstück für ein Gruppenfoto aneinander fesseln. Jetzt fiebern wir gespannt den Belastungstests entgegen, bei denen sich herausstellen wird, was das Produkt unserer zweitägigen Arbeit zu leisten vermag.

(Von Fiona Poppenwimmer und Hans Reschreiter)

Unser Team mit dem 9 Meter langen Lindenbastseil. (Bild: Frank Findeiß)
 

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