Donnerstag, 26. März 2015

... und Action 2! - Filmaufnahmen in den Zentralen Forschungslaboratorien

Barbara Däubl im Reinraum des DNA-Labors.
(Foto: H. Reschreiter - NHM Wien)
Vor ein paar Tagen war das Filmteam von Scenomedia zum zweiten Mal im Naturhistorischen Museum Wien, um weitere Aufnahmen für das zukünftige Bronzezeit-Kino der Salzwelten Hallstatt zu machen. Die Besucherinnen und Besucher der Salzwelten sollen künftig auch sehen, wie die Fundstücke aus dem Hallstätter Salzberg in den Laboratorien des NHM erforscht werden.

Das Naturhistorische Museum ist eine der größten außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Human-, Bio- und Geowissenschaften. In der Abteilung Zentrale Forschungslaboratorien können allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Hauses elektronenmikroskopisch-analytische und molekulare Forschungen zu ihren Spezialgebieten durchführen lassen.


Im Labor für molekulare Systematik werden Untersuchungen an Fell- und Lederfunden durchgeführt. Über die DNA lässt sich die Tierart bestimmen. Im Film wird später zu sehen sein, wie ein Handleder untersucht wird, das neben der Stiege im Salzbergwerk gefunden wurde. Das Handleder wurde in der Zeit zwischen 1200 und 1000 v. Chr. angefertigt und – so viel hat man bereits herausgefunden – dieses wurde nicht, wie die meisten anderen aus Rinderhaut hergestellt. Die Leiterin der Abteilung Elisabeth Haring wurde für den Film interviewt. Sie hat erklärt, was mit den Funden aus Hallstatt genau gemacht wird und welche Ergebnisse auf diese Weise erzielt werden können.


Natürlich werden die Funde aus Hallstatt auch mikroskopisch untersucht. Die zentralen Forschungslaboratorien verfügen über zwei Rasterelektronenmikroskope (REM) und eine Elektronenstrahlmikrosonde (EMS). Dan Topa und
Antoinette Rast-Eicher untersuchen zum Beispiel mit dem REM Fasern, die auf der Stiege gefunden wurden. Am oberen Ende wurden beim Freilegen sehr viel Fasern entdeckt, die wohl durch Abrieb während eines Arbeitsprozesses angefallen sein dürften. Die Untersuchungen von Dan Topa sollen dabei helfen herauszufinden, was genau am oberen Ende der Treppe gearbeitet wurde. Viele der Fasern sind Rinderhaare, die sich wahrscheinlich von Handledern gelöst haben. Fasern von Schafwolle dürften von Kleidung oder von Säcken stammen. Dazu wurden viele Pflanzenfasern erkannt, die wohl durch Abrieb an Förderseilen dorthin gelangt sind. Im Film wird man sehen, wie die Fasern in die Probenkammer des REM gegeben werden und wie die Auswertung am PC erfolgt.



(Von Carmen Löw und Hans Reschreiter)

Dan Topa beim Beladen der Probenkammer des REM im Naturhistorischen Museum Wien.
(Foto: H. Reschreiter - NHM Wien)

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