Montag, 12. Januar 2015

Ich putz hier nur! – Asparn Tag 3

Im dritten Beitrag unserer vierteiligen Reihe über die Experimente unserer Studentinnen zu den erhaltenen Spuren auf der ältesten Holzstiege Europas zeigt sich wieder einmal, dass die Hallstatt-Forschung immer ein Werk Vieler ist. (Red.)  

Durchbruch! Wir haben es - durch unzählige Diskussionen und nicht müde werdende Erklärungen zur Stiege aus dem Hallstätter Salzberg und unserem Versuchsaufbau - geschafft, die im Freilichtmuseum MAMUZ Asparn anwesenden Leute von der Idee hinter unserer Schlammschlacht zu überzeugen. 

Fiona Poppenwimmer während
des Experimentes (Foto: NHM - M. Koppitsch)

Es war toll zu sehen, wie das Interesse wuchs, und zu beobachten, dass mehr und mehr der Anwesenden in regelmäßigen Abständen vorbei schauten, um uns ihre Ideen zu unserem Versuch und ihren Input mitzuteilen. Oder einfach nur zu fragen, was es bei uns Neues gab.
Wieder einmal faszinierend, aus welchen unterschiedlichen Blickwinkeln die Menschen eine – im Prinzip so einfache und selbstverständliche – Sache, wie das Gehen über eine Stiege betrachten. 


Immer mehr Fragen werfen die Diskussionen mit den Interessierten auf, die uns vielleicht so nie in den Sinn gekommen wären. Zwischen all dem Geplauder wandten wir uns an diesem Tag der Untersuchung der Putzspuren zu. Dafür verteilten wir auf einigen Brettern aus dem Hallstätter Salzberg mitgebrachtes Heidengebirge (bestehend aus Gestein, Lehm, Salz und Leuchtspänen). Das führte zu der ersten Erkenntnis, dass es sich auf dieser Mischung wesentlich bequemer und sicherer geht, wenn sie sich erst einmal in den Stufen festgetreten hat. Worauf wir uns natürlich die Frage stellten, inwieweit und wie oft die Stiege frei geputzt wurde.



Für das Experiment wurde Heidengebirge aus dem Hallstätter Salzberg auf die Stufen aufgebracht (Foto: NHM - F. Poppenwimmer und M. Koppitsch)

Nach reichlicher Diskussion mit Matthias Kucera vom Ludwig Boltzmann Institute in Wien, der auch maßgeblich an der Entstehung des von uns verwendeten Modells beteiligt war, beschlossen wir völlig unbedarfte, vorbeikommende Archäologie-Kolleginnen und -Kollegen einzufangen und sie unsere Stufen putzen zu lassen. Dabei erhofften wir uns beobachten zu können, wie jemand, der mit dem verwendeten Werkzeug nicht vertraut ist, aus der Intuition heraus an die gestellte Aufgabe herangeht. Auch das haben wir gefilmt und werden diese Videobeweise noch auswerten.
      
(Von Fiona Poppenwimmer)

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